Knochenschwund
-
rechtzeitig erkennen, richtig behandeln! -
von Dr. med. Petra Brückner
Knochenschwund
- Einleitung
Knochenschwund - Definition
Knochenschwund - Diagnostik
Knochenschwund - Prävention und Behandlung
Einleitung
Die Knochenschwund stellt
eine der wichtigsten Rückenschmerzursachen dar.
Die vorliegenden
Ausführungen sollen Grundwissen über das klinische Bild bei Knochenschwund, deren
Ursachen und Möglichkeiten zur Verhinderung und Behandlung vermitteln.
Oft rückt eine Erkrankung
erst dann in das zentrale Scheinwerferlicht der Aufmerksamkeit, wenn man selbst,
ein Familienmitglied oder ein Freund betroffen ist.
Ein junger Mensch kann
sich erfahrungsgemäß schwer vorstellen, jemals an Knochenschwund zu erkranken.
Auch im fortgeschrittenen Alter hört man Argumente wie: "Das kann mir nicht
passieren, ich habe doch noch niemals Probleme mit meinen Knochen gehabt." Und
genau das ist das Problem. Der Knochenschwund ist eine heimtückische
Erkrankung, da sie vom Betroffenen anfangs unbemerkt, langsam und stetig, am
Knochen nagt, bis schließlich, ohne dass ein adäquates Trauma vorliegen würde,
die erste Fraktur entsteht und damit die Erkrankung demaskiert wird.
Man braucht keine
modernen Lehrbücher aufzuschlagen, um mit dem Knochenschwund konfrontiert zu
werden. Maler vieler Zeitepochen
haben als gute Beobachter kranke Frauen mit Knochenschwund, aber auch Männer
dargestellt, z. B. Klimt und Spitzweg.
Die
drei Generationen

Auf dem
obigen Klimt-Gemälde aus dem Jahre 1905 ist das typische Erscheinungsbild einer Frau
Knochenschwund mit vermehrtem Rundrücken, vermehrtem Hohlkreuz, vorgewölbtem Leib und dem optischen Eindruck, als habe sich der Oberkörper dem
Beckengürtel angenähert, lehrbuchmäßig zu erkennen.
An Knochenschwund kann jeder
Mensch erkranken, unabhängig von Geschlecht und Alter.
Meistens beschreibt man
den Knochenschwund der Frau, aber 25 % aller Fälle an Knochenschwund und Frakturen treten
bereits beim Mann auf und auch Kinder sind nicht verschont. Knochenschwund stellt
heutzutage eine globale Volkskrankheit dar, obwohl sie durch korrekte Behandlung
und Vorbeugung häufig vermieden werden könnte.
Dementsprechend hat die
Weltgesundheitsorganisation den Knochenschwund zum zweitschwersten
Gesundheitsproblem, neben den Herz-Kreislauf-Erkrankungen, erklärt.
Folgende Zahlen spiegeln die
Größenordnung wieder:
- In
Deutschland gibt es ca. 6 Millionen Patienten mit Knochenschwund.
-
Jährlich erleiden mehr als 130000 Deutsche eine Schenkelhals- oder
Wirbelkörperfraktur.
-
Alle 30 Sekunden bricht sich ein Mensch in Europa einen Knochen durch
Knochenschwund.
Definition: Knochenschwund
Der Knochenschwund beruht
auf einer stark negativen Knochenbilanz. Es kommt zum Substanzverlust, d. h.
Minderung des Knochenmineralgehaltes und Zerstörung der Knochenarchitektur.
Daraus resultiert das erhöhte Frakturrisiko.
Das Hockermodell macht
die Bedeutung der Mikroarchitektur für die Festigkeit des Knochens gut
verständlich.
Eine Abnahme der Querverstrebungen zwischen den Hockerbeinen führt zur
drastischen Reduktion der Hockerbelastbarkeit.
Beim Knochenschwund kommt es zu einer Abnahme der horizontalen Querverbindungen
(Trabekel) im Knochengefüge. Aus dieser verminderten Vernetzung zwischen den
vertikalen Trabekeln resultiert (analog zum Hockermodell) eine dramatische
Reduktion der Trabekelfestigkeit, der Knochen frakturiert.
Bereits eine geringe
Zunahme der Knochenmasse durch geeignete Therapie führt zur Verbesserung der
knöchernen Mikrostruktur und dadurch zur Minderung des Frakturrisikos.
Diagnostik: Knochenschwund
Das konventionelle
Röntgenbild ist zur Frühdiagnostik von Knochenschwund nicht geeignet.
Röntgenaufnahmen des
Skeletts lassen einen Knochenschwund erst erkennen, wenn ein Substanzverlust von
30-40 % aufgetreten ist.
Die auf dem Röntgenbild wie mit einem Bleistift nachgezeichnete
Wirbelkörperkontur ist Ausdruck des trabekulären Knochenschwundes.
Es zeigt sich röntgenologisch eine zusätzliche vertikale, also in Längsrichtung
betonte Akzentuierung der Knochenstruktur.
Beim Voranschreiten des Knochenschwundes entwickeln sich typische
Wirbelkörperdestruktionen in Form von Keilwirbeln und Fischwirbeln. Beim
massiven Höhenverlust des gesamten Wirbelkörpers spricht man vom Plattwirbel.
Aus dem Höhenverlust einzelner Wirbelkörper und der zunehmenden
Rundrückenbildung resultiert der Körperlängenverlust des an Knochenschwund
Erkrankten.
Der Knochenschwund kann
durch eine
Knochendichtemessung objektiviert werden.
Als in den Leitlinien empfohlenes Verfahren zur Knochendichtemessung existiert
die DXA (Dual Photonen X-ray absorptiometry). Die Messorte sind im allgemeinen
Oberschenkel und Lendenwirbelsäule. Das Ergebnis wird als Gewichtswert pro
Flächeneinheit angegeben. Eine Software errechnet die Standardabweichung.
Ein Knochenschwund liegt dann vor, wenn die Knochenmasse mehr als die 2,5fache
Standardabweichung unter dem Vergleichswert einer gesunden prämenopausalen
erwachsenen Frau liegt (T-Score).
Als Osteopenie wird die Knochenmasse bezeichnet, die einen T-Score von -1,0 bis
-2,5 Standardabweichung zeigt.
Die Osteopenie als messtechnischer Begriff stellt eine Grauzone zwischen
normaler und osteoporotischer Knochendichte dar.
Sie ist ein Warnsignal zu höherem Knochenbewusstsein und zur Einleitung
konsequenter Präventivmaßnahmen.
Ist der T-Wert größer als -1,0, ist die Knochendichte normal.
Ein anderes Verfahren zur
Ermittlung der Knochendichte sind die
quantitative Computertomographie
und
quantitative Ultraschallmessung.
Bei der quantitativen Ultraschallmessung werden Schallgeschwindigkeit und
Schallabschwächung bei der Knochenleitung durch den Knochen ermittelt. So lässt
sich ein Wert für die Knochenmasse indirekt abschätzen. Das Verfahren der
quantitativen Ultrasonometrie ist recht ungenau und nicht exakt reproduzierbar.
Aus diesem Grund gilt die Methode heute allgemein als überholt.
Bei der
quantitativen Computertomographie (QCT) werden
Knochenmark und Knochenrinde an der Wirbelsäule und/oder Hüfte, Unterarm und
Schienbein gemessen.
Unterhalb eines Wertes von 100 mg/cm³ steigt das Frakturrisiko stark an.
Die Messung am Unterarm ist stark umstritten, da exakte Rückschlüsse auf die
Situation an der Wirbelsäule oder am Schenkelhals nicht eindeutig möglich sind.
Von großem Nachteil ist die hohe Strahlenbelastung und auch die geringe
Verfügbarkeit von Geräten.
Der "Goldenstandard" zur
Ermittlung der Knochendichte stellt derzeit weltweit die DXA dar.
Die Knochendichtemessung
ist ein entscheidender Parameter zur frühen Diagnosestellung von Knochenschwund und
kann so über rechtzeitige Therapie das Auftreten von Frakturen vermeiden helfen. Studien haben gezeigt,
dass eine Verminderung der Knochendichte um 10 % mit einer Verdoppelung der
Frakturgefahr im Wirbelsäulenbereich und der Verdreifachung im Bereich des
Oberschenkelhalses einhergeht.
Insofern dürfte die
Notwendigkeit der Knochendichtemessung unstrittig sein, sie wird aber kontrovers
diskutiert.
Neben der Früherkennung dient sie als Maß zur Wirksamkeit einer Behandlung,
indem Vergleichswerte erhoben werden können.
Die Knochendichtemessung
wird von der Krankenkasse nur dann gezahlt, wenn bereits ein Knochenbruch
vorliegt und somit der Verdacht auf Knochenschwund sehr nahe liegt.
Wer im Sinne einer effektiven Früherkennung seine Knochendichte messen lassen
möchte, muss für die Kosten selber aufkommen.
Laborwerte
können einen Knochenschwund nicht sichern. Sie sind vor allem geeignet, andere
Grunderkrankungen als Ursache von Knochenschwund aufzudecken.
Die klinischen Leitsymptome
bei Knochenschwund bestehen
- im
Rundrücken,
-
dem Körperlängenverlust,
-
der Annäherung des Brustkorbes an den Beckengürtel, dadurch Vorwölbung des
Leibes und Kompression der Eingeweide,
-
Tannenbaumphänomen des Rückens.
Der chronische Schmerz
wird zum Begleiter des an Knochenschwund Erkrankten.
Mit dem Rundrücken und
der Skelettdeformierung gehen Muskelverhärtungen und Fehlbelastung der kleinen
Wirbelgelenke einher, die den chronischen Rückenschmerz des an Knochenschwund Erkrankten
verstärken.
Es
besteht die Gefahr, dass der schmerzgeplagte Patient in folgenden
Teufelskreis gerät:

Trotz dieses dramatischen
Verlaufes ist Knochenschwund immer noch eine unterschätzte, unterdiagnostizierte
und untertherapierte Krankheit.
Es ist nach wie vor eine
traurige Tatsache, dass
-
viele der Frauen das wachsende Risiko nicht kennen.
-
das Risiko oft erst erkannt wird, wenn es gekracht hat.
-
nur bei einem Viertel der Frauen die Knochendichte gemessen wird.
Prävention und Behandlung
bei Knochenschwund

In der Wachstumsphase
muss ein ausreichender Pool an Knochendichte aufgebaut werden. Man kann die
Situation mit einem Sparbuch vergleichen. Wenn das Sparbuch in der Jugend und im
Erwachsenenalter gut gefüllt wird, kann man im Alter davon lange profitieren.
Die in der Jugend
erworbene Knochendichte nimmt im Laufe des Alters schon genetisch bedingt ab.
Bei der Frau kommt es zu einem nochmaligen deutlichen Knick nach der Menopause,
bedingt durch die Hormonumstellung.
Die oben dargestellte
Abbildung verdeutlicht, dass die Prävention für Knochenschwund bereits in der
Kindheit mit dem Skelettaufbau beginnen muss. Calciumreiche Kost liefert das
Baumaterial, um bis zum 25. Lebensjahr das Erwachsenenskelett mit bester
Knochendichte zu vollenden. Deshalb sollen Kinder und Jugendliche bis 4 x mehr
Calcium pro kg Körpergewicht zu sich nehmen als Erwachsene. Ausreichende
Calciumzufuhr ist mit bewusster Ernährung verbunden.
Wenn Teenager besonders gewichtsbewusst sind, kann dieses Ziel auch durch
calciumreiche, aber fettarme Kost (fettarme Milch, fettarmer Käse, fettarmer
Joghurt, calciumangereicherten Säften und Brot) erreicht werden.
Es ist wichtig zu wissen,
dass während der Schwangerschaft und Stillzeit der Bedarf an Calcium besonders
hoch ist. Eine ausreichende
Calciumversorgung sollte jeden Menschen als Knochenschwundprophylaxe ein Leben lang
begleiten.
Zu beachten ist dabei,
dass "Knochenräuber" (Koffein, hoher Konsum von Zucker, Salz, Phosphat, Fett und
Eiweiß) die Aufnahme von Calcium dramatisch behindern. Zur Calciumsubstitution
bieten sich Calciumtabletten an.
Medikamente können bei
der Entwicklung von Knochenschwund eine große Rolle spielen, wenn sie als
Nebenwirkung knochenschädigend sind. An erster Stelle sind die Glukokortikoide
zu nennen, die bei regelmäßiger Einnahme zwangsläufig zum sekundären
Knochenschwund
führen (dass sind z. B. Prednisolon, Dexamethason).
Auch Langzeittherapie mit hohen Dosen eines Cortisonsprays kann Knochenschwund
verursachen. Gerade für "Cortisonpatienten" ist es extrem wichtig, zusätzliche
schädigende Verhaltensweisen wie falsche Ernährung und Lebensstil (Rauchen und
Alkohol) zu vermeiden.
Schilddrüsenhormone, Antikoagulantien (Medikamente, die das Blut verflüssigen),
Antikonvulsiva (Medikamente, die Krampfanfälle vermeiden) können zur
Mineralisationsstörung führen.
Es gibt auch
knochenschädigende Krankheiten, die man erkennen und gezielt behandeln muss.
Dazu gehören z. B. die chronische Polyarthritis, also ein Rheuma,
Autoimmunerkrankungen, Asthma, Schilddrüsenüberfunktion, Leberzirrhose,
Niereninsuffizienz.
Entzündliche Darmerkrankungen oder der Zustand nach Magen-Darm-Operation führen
zur verminderten Aufnahme von Calcium und Vitamin D und bedürfen deshalb einer
regelmäßigen Vitamin- und Calciumzufuhr.
Wir alle wünschen uns
lebenslang stabile Knochen.
Die Basis dafür stellt auch regelmäßige sportliche Aktivität dar. Bewegung
stärkt bekanntermaßen Muskeln, aber auch Gelenke und Knochen.
Am Skelett wirkende Druck- und Zugkräfte initiieren die Neubildung von Knochen.
Körperliche Aktivität hat Bedeutung bezüglich Sicherheit und Koordination,
fördert die Gesamtdurchblutung und wirkt sich positiv auf den Blutdruck und das
Herz-Kreislauf-System aus.
Die besten Übungen für den Knochen sind solche, die gegen die Schwerkraft
erfolgen (Treppensteigen, Laufen, Bergwandern, vorsichtiges Gewichtheben und
Sprungübungen, nach Absprache mit dem Arzt).
In der Orthopädie wird
häufig die sportliche Betätigung im Bewegungsbad und das Radfahren empfohlen.
Bezüglich Knochenschwund bewirken diese Aktivitäten, unter Aufhebung der
Eigenschwere, keine signifikante Verbesserung der Knochendichte.
Zum Leistungsspektrum
unserer Klinik gehört, neben Gymnastik, individuell gestaltete
moderate Medizinische Trainingstherapie (MTT), auch für ältere Patienten.
Voraussetzung für die Teilnahme an der MTT ist, dass noch keine
Wirbelkörperfrakturen vorhanden sind. Bei der Auswahl der sportlichen Aktivität
sind Faktoren wie individuelle Veranlagung sowie Spaß und Freude zu beachten,
sonst ist nicht mit langfristiger Compliance zu rechnen.
Ist Knochenschwund
vorhanden, gilt es schnell zu therapieren.
Die Basistherapie besteht in jedem Falle in der Gabe von Calcium und Vitamin D.
Calcium und Vitamin D sind die besten Freunde des Skeletts.
Spätestens in der Zeit um das 50. Lebensjahr sollte die Frau auf konsequente
Zufuhr von Calcium und Vitamin D achten.
Studien haben gezeigt, dass dann das Frakturrisiko um 40 % reduziert werden
kann.
Zum therapeutischen Einsatz sollte man täglich 1000 mg Calcium und 800/E Vitamin
D einnehmen.
Mit den
Bisphosphonaten
stehen potente Substanzen zur Verfügung, die vor allem den Knochenabbau hemmen
und damit eine positive Knochenbilanz schaffen.
Die stickstoffhaltigen Bisphosphonate sind effektive Medikamente zur Behandlung
aller Formen von Knochenschwund.
Bisphosphonate verbessern die Knochenstabilität.
Die Einnahmeprinzipien bedürfen besonderer Beachtung. Bisphosphonate müssen
nüchtern eingenommen werden, im Stehen, ausschließlich mit Leitungswasser. Sehr
angenehm ist es, dass es von den Bisphosphonaten Fosamax und Actonel eine
Wochentablette gibt, was die Einnahme vereinfacht und die Akzeptanz erhöht.
Actonel ist zugelassen
für die Behandlung von postmenopausalen Knochenschwund und von glukokortikoidinduzierten
Knochenschwund.
Fosamax ist zugelassen für die Behandlung von Knochenschwund bei Mann und Frau.
Die optimale
Dauer
der Bisphosphonattherapie beträgt 1-3 Jahre, in Abhängigkeit von dem Schweregrad
des Knochenschwunds und Zunahme der Knochendichte.
Man sagt:
-
die
Reparaturphase beträgt bis 12 Monate.
-
die
Wiederaufbauphase dauert bis 36 Monate.
-
die
Erhaltungsphase vom 24. bis 60. Monat.
Während der
Therapie bei Knochenschwund kommt es nicht nur zur Zunahme der Knochendichte und Abnahme
der Frakturrate, sondern auch zur Abnahme der assoziierten
Knochenschmerzen, Zunahme an Lebensqualität und Mobilität sowie Abnahme der
Krankenhausaufenthaltstage.
Als neue effektive
antiresorptive Therapie für die Frau nach den Wechseljahren gibt es Raloxifen
oder EVISTA.
EVISTA ist kein Hormon, wie immer wieder von den Patientinnen angenommen wird,
sondern ein Östrogenrezeptorantagonist.
Raloxifen hat einen positiven Effekt auf den Knochen, ohne negative
Nebenwirkungen für Brust oder Gebärmutter.
Eine große klinische internationale Studie konnte darstellen, dass Raloxifen das
Risiko für Wirbelkörperbrüche halbieren kann.
Außerdem zeigte es sich, dass sie Brustkrebsgefahr sowie die Gefahr von
Herz-Kreislauf-Erkrankungen gegenüber einer Vergleichgruppe sank.
Allerdings geht Raloxifen
mit einem erhöhten Risiko für Thromboembolien einher. Deshalb sollten Frauen mit
bestehenden oder durchgemachten Beinvenenthrombosen oder Lungenembolien nicht
mit Raloxifen behandelt werden.
Raloxifen ist für die Prävention und Therapie von postmenopausalen
Knochenschwund
zugelassen.
Die empfohlene Tagesdosis beträgt 60 mg. Das Medikament kann unabhängig von der
Tageszeit oder Mahlzeit eingenommen werden.
Parathormon (Forsteo)
wird eingesetzt zur Behandlung von besonders schweren Fällen von Knochenschwund, bei
denen sich trotz Bisphosphonatbehandlung neue Wirbelkörperfrakturen einstellten.
Dosierung: täglich eine Injektion von 20 mg Forsteo für maximal 18
Monate.
Das Parathormon hat einen
völlig anderen Ansatz als die Bisphosphonate.
Bisphosphonate reduzieren den Knochenabbau.
Studien haben belegt, dass das Parathormon den Knochenumbau stimuliert, mit
Vermehrung neugebildeter Matrix, aber geringerer Mineraldichte.
Die Hormonersatztherapie hat in der Knochenschwundbehandlung keinen Stellenwert.
Sie hat zwar einen Antieffekt, führt zur Senkung der Wirbelkörper-
und Hüftfrakturhäufigkeit und hat außerdem eine positive Wirkung auf
klimakterische Beschwerden. Der Grund für die Ablehnung der Hormonersatztherapie
bei der Behandlung von Knochenschwund liegt in dem durch neue Studienlage belegten
erhöhten Brustkrebsrisiko.
Calcitonin
Die eigentliche Domäne des Einsatzes von Calcitonin ist das schnelle Ansprechen
des Knochenschmerzes bei Wirbelfrakturen. Calcitonin gehört in die
B-Klassifikation der Leitlinien zur Knochenschwundbehandlung. Laut Datenlage zieht
Calcitonin keine Verringerung des Frakturrisikos nach sich.
Fluoride
Durch Studien konnte eine Senkung der Frakturrate nicht signifikant belegt
werden.
Fluoride sollen über Stimulierung der Osteoblasten zu einer Zunahme der
Knochenmasse führen, allerdings weist der neu gebildete Knochen eine mangelhafte
mechanische Belastbarkeit mit erhöhter Frakturneigung auf. Es wird
minderwertiger Geflechtknochen gebildet.
Wegen der widersprüchlichen Studienergebnisse erscheinen Fluoride nicht in der
Leitlinie.
Strontium (Protelos)
Strontium bietet einen neuen Ansatz der Behandlung von Knochenschwund.
Strontium steigert die Knochenformation und bremst gleichzeitig die
Knochenresorption.
Aus diesen Vorgängen resultiert eine positive Knochenbilanz.
In den klinischen Studien zeigte sich bei postmenopausalen osteoporotischen
Frauen unter Strontiumtherapie eine signifikante Risikoreduktion für
Wirbelkörperfrakturen.
Zur Einnahme von Strontiumranelat 2 g in ein Glas Wasser einrühren, einmal
täglich trinken.
Die Verträglichkeit von Strontium wird als gut beschrieben.
Protelos ist zur Anwendung bei der postmenopausalen Frau indiziert.
Die Behandlung und
stationäre Rehabilitation bei Knochenschwund ist immer individuell,
in enger Absprache zwischen Patient / Arzt und Therapeut zu gestalten.
Bei Fragen zum Knochenschwund stehen wir jederzeit gern unter der
Tel.-Nr. 05652/55-821
oder besser per Mail (Orthopaedie@reha-klinik.de)
zur Verfügung.
Mit besten Wünschen für Ihre
Knochengesundheit
Ihre
Dr. P. Brückner
Fachärztin für Orthopädie,
Fachärztin für Physikalische und
Rehabilitative Medizin,
Neuraltherapie, Akupunktur, Chirotherapie, Sportmedizin
- Chefärztin der Orthopädischen Abteilung

Zur Klärung
weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht
Ihnen unsere Chefärztin im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte
vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
|
Sagen Sie uns
ruhig mal Ihre Meinung!
Oder stellen Sie Ihre Fragen -
klicken Sie uns hier an...
 |
Sie möchten
diesen Artikel ausdrucken? Markieren Sie den gewünschten Text, gehen Sie
in der Symbolleiste auf "Datei", dann auf "Drucken", danach "Markierung"
anklicken und dann erst drucken, denn sonst verlieren Sie durch die
nachfolgende Themenübersicht unnötiges Papier
Aktualisiert:
Juni 2010
Weitere
Informationen zu Krankheiten finden Sie bei der
Wicker-Gruppe unter
www.informationen-zu-krankheiten.de.
Info-Material zur Klinik anfordern:
www.wicker-gruppe.de/infomaterial-anfordern.html
Weitere
Fragen? Ihre Meinung?
Schicken Sie uns eine E - mail
Dr. Petra Brückner
Tel.:
05652 – 55 821, FAX 05652 – 55 870
Klinik
Hoher Meissner
Hardtstraße
36, 37242 Bad Sooden-Allendorf
Tel.: 05652 – 55 0, FAX 05652 – 55 870
Impressum
· ·
Anfahrt
Gebührenfreie
Servicenummer: 0800 915 20 70
Haftungshinweis:
Für die gemachten Angaben wird keine Gewähr übernommen; im
Einzelfall ist immer ein Arzt zu konsultieren! Trotz sorgfältiger inhaltlicher
Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den
Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.